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06.05.2010

Entwicklung der CD4-Zellzahl vor Therapiebeginn erlaubt keine Aidsprognose

MannAus der Geschwindigkeit, mit der die CD4-Zellzahl bei HIV-Infizierten vor Beginn der antiretroviralen Kombinationstherapie absinkt, lassen sich keine Rückschlüsse ziehen, wie schnell die Betroffenen an Aids erkranken oder versterben werden. Zu diesem Ergebnis kam ein internationales Wissenschaftlerteam im Rahmen einer Studie mit 2820 HIV-Patienten. Die therapienaiven Studienteilnehmer hatten eine antiretrovirale Behandlung aufgenommen, sobald ihre CD4-Zellzahl unter 350 Zellen pro µl Blut absank. Nach Ansicht der Forscher reicht die Kenntnis der aktuellen CD4-Zellzahl um bei asymptomatischen Patienten zu entscheiden, ob eine Therapie begonnen werden sollte.

Den Wissenschaftlern war bekannt, wann sich die Studienteilnehmer mit dem HI-Virus infiziert hatten. Zudem lagen ihnen mindestens zwei Messwerte der CD4-Zellzahl von jedem einzelnen Teilnehmer vor, die vor Beginn der antiretroviralen Therapie erhoben worden waren. Im Rahmen ihrer Untersuchung wollten sie klären, ob es möglich ist, aus dem Tempo des Abfalls der CD4-Zellzahl vor Behandlungsbeginn auf das Aidsrisiko bzw. das Sterberisiko von HIV-Patienten zu schließen. Daher berechneten sie für alle Teilnehmer die Rate, mit der die CD4-Zellzahl vor Therapiebeginn absank. Zudem erfassten sie den Zeitpunkt des Behandlungsbeginns, sowie denjenigen der ersten Aids definierenden Erkrankung bzw. den Todeszeitpunkt.

Im Durchschnitt sank die CD4-Zellzahl bei den Studienteilnehmern jedes Jahr um 61 (46-81) Zellen pro µl Blut. 255 Teilnehmer erkrankten an Aids, 125 verstarben. Aus den erhobenen Daten ließen sich jedoch keine Zusammenhänge zwischen der Geschwindigkeit, mit der sich die CD4-Zellzahl vor Therapiebeginn verminderte, und dem Aids- oder Sterberisiko nachweisen. Aus bereits erhobenen CD4-Zellzahlen lässt sich nach Ansicht der Forscher auch nicht zuverlässig vorhersagen, wie sich die CD4-Zellzahl in Zukunft entwickeln wird. Sie empfehlen daher, die CD4-Zellzahl bei allen HIV-Patienten entsprechend den Leitlinien regelmäßig zu überprüfen.

Quelle: PLoS Medicine

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