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25.02.2010

HIV-Genom wird nicht überall im Erbgut der menschlichen Zelle eingebaut

ForschungslaborWissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums konnten erstmals zeigen, dass das HI-Virus beim Einbau seines Erbguts in das Genom der infizierten Zelle bestimmte Stellen zu meiden scheint. Die Forscher hoffen, dass ihre Entdeckung zur Entwicklung neuer, spezifischer antiretroviraler Arzneistoffe beitragen kann.

Bisher hatten Experten angenommen, dass das HI-Virus im menschlichen Erbgut solche Stellen bevorzugt, an denen das Ablesen der Gene startet, weil sich dort alle für die Viren erforderlichen Enzyme befinden. Nun ergab eine Datenbank-Analyse, dass zwar viele Erbinformationen des HI-Virus in der Nähe der vermuteten Stellen eingebaut werden. Gleichzeitig konnten die Forscher aber auch Bereiche im menschlichen Erbgut bestimmen, die HIV zu meiden scheint.

Retroviren verfügen über ein Enzym, die sogenannte Integrase, die den Einbau des viralen Erbguts in das Erbgut der infizierten Zelle steuert. Die Wissenschaftler nehmen an, dass in den Abschnitten, die von dem HI-Virus scheinbar ausgespart werden, ein Wirkmechanismus diese Intergrase hemmt, so dass die Virus-DNA nicht in das Erbgut der Zelle eingebaut wird.

Eine moderne antiretrovirale Kombinationstherapie greift das HI-Virus an mehreren Stellen an: Während Reverse Transkriptasehemmer das Kopieren des Erbguts des Erregers unterbinden, verhindern Proteasehemmer das Ausreifen neuer Virusproteine. Bei den so genannten Integrasehemmern handelt es sich um eine Arzneistoffklasse, die erst seit wenigen Jahren eingesetzt wird. Sie blockieren den Einbau des viralen Erbguts in die DNA der Zellen. Doch durch Mutationen ist es dem Erreger inzwischen gelungen sich der Wirkung der Integrasehemmer zu entziehen.

Sollte es den Wissenschaftlern gelingen den Mechanismus zu entschlüsseln, der HIV daran hindert, sich an Ablese-Startpunkten des Erbguts einer infizierten Zelle einzunisten, könnte dies die Basis für die Entwicklung neuer Wirkstoffe darstellen.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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