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02.03.2009

Kommunikation rund um ungeschützten Sex unter Homosexuellen untersucht

Kanadische Forscher haben im Rahmen einer Befragung von 34 Männern, die Sex mit Männern haben, jetzt untersucht, welche verbalen und nonverbalen Mitteilungen und welche stillschweigenden Annahmen rund um ungeschützten Analverkehr eine Rolle spielen. Wie andere Studien zuvor, ergab auch diese Studie, dass eine Mehrzahl der HIV-positiven Männer ihre Partner nicht mit dem HI-Virus infizieren wollen. Doch die Betroffenen schrecken meist davor zurück ihre HIV-Infektion offen anzusprechen und beschränken sich auf Andeutungen. Diese Anspielungen werden von anderen HIV-Infizierten in der Regel verstanden, nicht aber von HIV-negativen Männern - wie die Studie jetzt ergab.

Den Forschern zu Folge gibt es in den sozialen Netzwerken Regeln, von denen zumindest die HIV-positiven Angehörigen annehmen, dass sie jeder kennt. So wird ungeschützter Sex den HIV-infizierten Befragten zu Folge nur dann vermieden, wenn einer der Partner den ausdrücklichen Wunsch äußert, sich schützen zu wollen. Die Regel über die keiner spricht, beruht in diesem Fall auf der Annahme, dass jeder der nicht ausdrücklich darauf hinweist, dass er HIV-negativ ist, HIV-positiv sein kann. Nach Ansicht der HIV-Patienten, die an der Befragung teilnahmen, sollte ein HIV-negativer Partner im eigenen Interesse für seinen Schutz sorgen und kann nicht darauf vertrauen, dass HIV-Infizierte ihn schützen. Doch oftmals kennen die HIV-negativen Männer diese Regel nicht und erwarten, dass mit dem HI-Virus infizierte Partner auf ihren HIV-Status hinweisen.

So kommt es sowohl bei Bekanntschaften über das Internet als auch beim Aufsuchen von Stätten, die von Homosexuellen aufgesucht werden, immer wieder zu ungeschütztem Sex zwischen HIV-positiven und HIV-negativen Männern, weil die Partner sich über ihre unterschiedlichen Annahmen nicht austauschen.

Das alte Sprichwort "Reden ist Silber, schweigen ist Gold" kann in diesem Zusammenhang zu erheblichen Missverständnissen führen, wie die kanadische Studie jetzt gezeigt hat. Um eine Infektion mit dem HI-Virus zu vermeiden, sollten HIV-negative Homosexuelle demnach vorsichtshalber für ihren persönlichen Schutz sorgen statt sich auf die Offenheit von möglicherweise HIV-positiven Gelegenheitspartnern zu verlassen.

Quelle: Culture, Health and Sexuallity

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